Eine Extraportion Pop im düsteren Rockmantel – The Rasmus
Schwarz. Die Finnen stehen auf Schwarz. Möglicherweise deshalb, weil ihr Tiefkühl-Land die meiste Zeit des Jahres unter einer strahlend weißen Schneedecke gebettet ist. Wenn alles schon glänz, ruft man eben nicht Meister Propper sondern eher die finnischen Monsterrocker von „Lordi“. Für den Einstieg in die skandinavische Schwarzmalerei sind aber auch Tickets für die Konzerte der Lordi-Landsmänner „The Rasmus“ dunkelstens zu empfehlen.
Schwarze Klamotten, schwarzer Lidschatten, schwarze Instrumente – klar, dass da auch die mittlerweile zum Bandlogo mutierten Federn im Haar des Sängers Lauri Ylönen nicht gerade kunterbunt daherkommen. Die gab’s schon vor fast einer Dekade im Video zum Dark Rock-Ohrwurm „In the Shadows“ zu sehen und auch im Clip zur brandneuen Single „I’m a Mess“ gibt’s den rabenschwarzen Kopfschmuck zu bewundern. Neue Single? Ja, richtig! Nach vier Jahren und einigen stark in die elektronischen Gefilde abdriftenden Solo-Eskapaden des Frontmanns Lauri machen The Rasmus gemeinsam endlich das halbe Dutzend voll und veröffentlichen mit ihrer selbstbetitelten Platte ihr sechstes Studioalbum. „But at least I’ve always been myself /without no magic spells“ singt Lauri im Refrain der erstaunlich wenig düsteren und weniger erstaunlich sehr eingängigen Vorab-Single. Und da kann man den Finnen beim Wort nehmen. The Rasmus klingen noch immer wie auf „Black Roses“ (2008) und den Platten zuvor. Lauris Stimme schwingt feinfühlig und ohne großes Geschrei in den helleren Sphären, während seine instrumentierte Gefolgschaft für den passenden Pop-Rock mit winzig kleinem „Dark“ davor sorgt. Doch magische Zaubereien sollte man von den Finnen nicht erwarten.
Düster sind sie, die Jungs von The Rasmus. Für den butterweichen Einstieg in die dunkle Rockwelt taugen die Finnen sogar noch ein bisschen mehr als damals, denn ihre neue Platte schickt sich an, noch weichgespülter als der Ohrwurm „In the Shadows“ zu werden. Sicher dir jetzt Tickets für die Konzerte der The Rasmus Tour 2012 und gönn‘ dir eine Extraportion Pop im düsteren Rockmantel.