Caribou – Swim
Caribou ist ein Nerd. Reicht das an Information? Nein. Man bildet sich schnell ein, seinen musikalischen sowie akademischen Werdegang parallel zueinander ausrichten zu können, wie wichtige Dinge, die sich nun mal auf dem Schreibtisch befinden. Aber tut man dies zu Recht? Abgesehen von der eigenen Befriedigung mag man ja auch bedingt richtig liegen. Fakt ist, dass man sich Caribou als verschrobenen, eigenbrödlerischen Soundbastler vorstellt, in zwielichtiger Kinderzimmerathomsphäre, in seinem Wahn das Mittagessen vergessend. Wohlweißlich, dass diese romantisierte Vorstellung nur in unseren Köpfen existiert. Promovierter Mathematiker, Musik-Genie – dabei kann man es ja auch einfach belassen.
Aus Kanada stammend ist sein eigentlicher Name Daniel Victor Snaith, zwischenzeitlich Manitoba (bis zur gerichtlichen Unmutsäußerung des Punkveteran Richard Manitoba) und nun einfach Caribou. Das neue Album Swim sieht ihm ähnlich, lässt ihn aber reifer erscheinen, was nicht an der anfänglich gewöhnungsbedürftigen Instrumentierung liegt. Lieder wie Sun oder Odessa klappen auch nach dem Sommer noch gut, hüllen ein in schwarzen Samt, hinterlassen leisen aber melodischen Glockenklang im Hinterkopf. „Right now I´m a bit excited, because a psychic told me that there is a promise of prosperity in my future.“ Diese sehr frei zitierte Aussage lässt doch auf einiges hoffen. Und bis dahin gibt es noch ordentlich Gelegenheit Caribou live zu sehen:
- Sonntag, 14. November 2010, Centraltheater, Leipzig
- Montag, 15. November 2010, Uebel und Gefährlich, Hamburg
- Dienstag, 16. November 2010, Kulturhaus Karlstorbahnhof e. V. Heidelberg
- Montag, 29. November 2010, Gloria Theater, Köln
- Sonntag, 05. Dezember 2010, Mousonturm, Frankfurt am Main